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Wo die Extremophilen hausen

Start-up-Unternehmen Microbify GmbH informiert Hochschulstadtverein über seine europaweit exklusive Forschung und Anwendung von Mikroorganismen

Eine Unternehmensgründung mit europaweitem Alleinstellungsmerkmal aus dem Forschungsbereich der Mikroorganismen, das ist die Microbify GmbH im Straubinger Gründerzentrum: Für den Hochschulstadtverein Straubing allemal ein guter Grund, dorthin eine Exkursion zu starten. Insofern ließen sich Vorstand und Vereinsmitglieder von der Geschäftsführung der GmbH aus erster Hand über Forschungsergebnisse und deren praktischen Anwendungsmöglichkeiten informieren. Motto: “Willkommen bei den ExpertInnen für extremophile Mikrooarganismen”.

 

Die Microbify GmbH ist eine 2021 erfolgte Ausgründung der Universität Regensburg (Lehrstuhl für Mikrobiologie und Archäenzentrum), die 2023 der günstigen Rahmenbedingungen wegen ins Gründerzentrum nach Straubing zog. Mittlerweile hat das Unternehmen zehn Beschäftigte in Forschung und Vermarktung und arbeitet mit einschlägigen Firmen aus ganz Europa zusammen, um für sie Expertisen aus dem Bereich der extremophilen Mikroorganismen zu erstellen, wie Geschäftsführer Dr. Georg Schmid erläuterte. Innerhalb kurzer Zeit habe Microbify marktreife Anwendungsmöglichkeiten erarbeitet, um Firmen passende Lösungen anbieten zu können.

 

Zw.: Milliardenschäden durch Mikroorganismen

 

Mikroorganismen seien buchstäblich überall, an jedem Ort, in jedem Material und unter extremsten Bedingungen zu finden, so Schmid. So sind laut Schmid Mikrooarganismen, die sogenannten Extremophile, an rund 20 Prozent aller Korrosionsschäden weltweit beteiligt, wodurch ein Schaden zwischen 250 und 500 Milliarden US-Dollar entsteht. Mikroorganismen können durch ihre aggressiven Stoffwechselprodukte massive Schäden verursachen. Sie können unter anderem mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) verursachen und die Gasqualität von Speichergasen (Erdgas, Biogas, Wasserstoff) negativ beeinflussen. Die Forscherinnen und Forscher von Microbify untersuchen für ihre Kunden, ob ein mikrobiologisches Problem vorliegt und welche Prozesse dafür verantwortlich sind und wie sie unter Kontrolle gebracht werden können.

 

Zur Identifizierung bestimmter Organismengruppen, Stoffwechselprozesse und toxischer Endprodukte ist es laut Schmid notwendig, die Mikroorganismen im Labor zu kultivieren. Dies geschieht unter Ausschluss von Sauerstoff in kleinen Druckbehältern oder im großen Maßstab in technischen Bioreaktoren. Für diese Kultivierung wird ein spezielles Verfahren, die sogenannte Anaerobtechnik, eingesetzt.

 

Die am TUM-Campus studierende Emma Beadle aus Montreal in Kanada präsentierte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit, die sie im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Microbify GmbH erstellt hatte. Emma Beadle ist Stipendiatin des Hochschulstadtvereins.

 

Am Lehrstuhl der Universität Regensburg wird seit 40 Jahren weltweit beachtete Forschung mit diesen außergewöhnlichen Bakterien und Archäen betrieben, aber eben nur wissenschaftliche Forschung. Geschäftsmodell der Straubinger Microbify GmbH ist es, die Forschungsergebnisse auch in die Praxis umzusetzen. Bedarf gibt es laut Geschäftsführer Dr. Schmid mehr als genug.                                      -stu-